Am Sonntag, 19. April 2015 erwarten wir um 11.30 Uhr in unserer Pfarrkirche ca. 50 Christen, die aus ihrer Heimat (Irak) geflohen sind. Wir feiern gemeinsam Gottesdienst, der von unserem Jugendchor und den weBelieve-Sängerinnen zusammen mit dem Chor der chaldäischen Gemeinde musikalisch gestaltet wird. Teile der Hl.Mese werden in aramäisch, der Ursprache Jesu, erklkingen. Hierzu laden wir ganz herzlich ein. Wer anschließend mit in den Pfarrsaal kommen möchte, ist auch dort herzlich willkommen. Hier erbitten wir allerdings eine kurze Anmeldung im Pfarrbüro (0208 71313), da die Firmlinge und der Gemeinderat einen Mittagsimbiß vorbereiten.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen über den Hintergrund dieses Treffens, auf das wir uns sehr freuen.

 

Thomasbild i

Der Apostel Thomas missionierte im gesamten vorderen Orient, in Mesopotamien bis nach Indien. Allerorten setzte er Gemeindeleiter ein, auf die sich die heutigen Chaldäer als Urkirche beziehen. Hier die Apostelschüler Addai und Mari., die Patrone der urkichlichen orientalischen Christen.      (Altarbild der chaldäischen Gemeinde aus Essen)

Chaldäer

Planungstreffen am Dienstag, 14. April 2015 mit Mitgliedern des Gemeinderates der chaldäischen Gemeinde in Essen-Altenessen. Wir waren vertreten durch die Gemeinderatsvorsitzende Frau Ripholz, der Jugendvertreterin (Messdiener, Jugendchor) Anna-Lena Koziorowski und Pastor Manfred v. Schwartzenberg.

Thomaskreuz i

Ein Thomaskreuz aus Indien (wo der Apostel Thomas ebenfalls missionierte) steht auf dem Zelebrationsaltar der chaldäischen Gemeinde in der St. Albertus Magnus Kirche in Essen Altenessen.  Dort ist ihre neue geistliche Heimat. Die Kirche wurde am 15. März 2009 durch Weihbischof Vorrath den Chaldäern übergeben.

 

aus der Heimat unserer chaldäischen Gäste

Bereits vor der Machtübernahme des nordwestlichen Irak durch den IS hatten die Christen im Land einen beklagenswerten Stand. Einem Beamten in Mossul zufolge wurde alle zwei bis drei Tage ein Christ entweder getötet, entführt oder misshandelt und viele sind deshalb geflohen. Seit der Ausrufung des Kalifats durch den IS sah sich eine große Anzahl von Christen, Jesiden, Schiiten, Schabag, Kakai und andere Minderheiten gezwungen, aus ihren Häusern und aus der Region zu fliehen. Christen sind Flüchtlinge im eigenen Land und suchen oftmals Zuflucht im Kurdengebiet. Doch sie fürchten, dass sie auch dort nicht lange bleiben können. In IS Gebieten, inklusive der Ninive-Ebene und Mossul, wurde praktisch die gesamte christliche Bevölkerung vertrieben oder getötet. Heute leben etwa 300.000 Christen im Irak, 1990 waren es noch 1,2 Millionen.

Am 25. Dezember 2013 explodierte eine Bombe nahe einer Kirche in Bagdad. Die Bombe wurde gezielt nach dem Ende des Weihnachtsgottesdienstes in der Johannes-der-Täufer-Kirche im Assyrischen Viertel der Hauptstadt gezündet, als die Gläubigen die Kirche verließen. Laut Angaben einer Quelle aus dem irakischen Innenministerium wurden 21 Menschen getötet und 43 verletzt, fast ausschließlich Christen.

Im Juni 2014 nahm der IS große Gebiete im Nordwest-Irak ein, darunter auch die Stadt Mossul. Nach dem 17. Juli 2014 begannen IS Milizen die Häuser der Christen mit dem arabischen "N" zu markieren, was für die (beleidigende) arabische Bezeichnung ‚Nazarener‘ steht. Die Häuser der Christen wurden anschließend von Kämpfern des IS übernommen. Diese stellte den Christen in Mossul ein Ultimatum bis zum 19. Juli 2014: Unterwerfung unter den Islam, Zahlung der Steuer oder das Schwert.

Am 25. Juli 2014 wurde Mossul offiziell als christenfrei deklariert, was in den Straßen gefeiert wurde. Seitdem wurden Kirchen und Klöster der Region geschleift oder niedergebrannt oder aber in IS Büros, Ställe oder Lagerhäuser umgewandelt. Grabstätten von Schiiten und Christen wurden gesprengt und zerstört.

IS Milizen griffen am 6. und 7. August 2014 mehrheitlich christliche Dörfer im Norden und Osten Mossuls an. Darunter waren Karakosch (bekannt auch als Hauptstadt der Christen im Irak) und Bartella, Karamlis und Tel Kayf, alles Orte mit großer christlicher Bevölkerung. Nahezu alle Christen flohen in das Kurdengebiet oder ins Ausland.

Es wurden gezielt Gerüchte aus Mossul gestreut, dass Kinder enthauptet oder zweigeteilt würden. Christen in Bagdad und Basra wurden mit ähnlichen Drohungen konfrontiert. Die Christen in Basra wagen es aufgrund solcher Drohungen nicht, die Stadt zu verlassen. Falls sie es doch tun, fliehen sie endgültig.