Pfarrei St.Barbara - Mülheim an der Ruhr

St.Barbara - Christ König - St.Engelbert - St.Mariae Rosenkranz - Sv.Leopold

Liveübertragungen

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* *    Nachricht aus dem Krisenstab der Pfarrei St. Barbara 26. März 2021  * *
An den Kar- und Ostertagen keine Gottesdienste in Präsenz.

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Ihr Lieben,

ein zweites Osterfest ohne Präsenzgottesdienste – eine äußerst schmerzliche Erfahrung, wie es auch mein Kollege, unser Pfarrer Christian Böckmann, in seinem sehr empathischen Ostergruß an die Pfarreimitglieder [be-]schreibt. 

Hinzu kommt die bedrückende, verfahrene Lage unserer Kirche, die – mit starken regionalen Unterschieden – seit gut 10 Jahren ein schlechtes Bild abgibt und mit fortschreitenden Konflikten ihre Mitglieder zunehmend verstört. Die schlechte Außenwahrnehmung lässt die Kirchenaustrittszahlen bedenklich weiter in die Höhe schnellen – in Köln sind die Termine beim Amtsgericht bis einschl. Juni [ca. 1.500 Austrittstermine!!!] ausgebucht – und ergreift immer tiefer in die Mitte der Engagierten und Beteiligten.

Was mich – und sicher nicht nur mich – dabei mittlerweile in Rage bringt, ist die Dreistigkeit und Arroganz vieler Leitungsverantwortlicher. Wie kann ein Bischof, der selbst Geheimsekretär seines Vorgängers war, die Story auftischen, er habe von solch pikanten Personalie wie Fällen sexualisierter Gewalt durch Kleriker nichts mitbekommen? Da redet sich doch jemand auf Kosten seines Vorgängers seine eigene Rolle gerade passend klein – oder handelt es sich um Wahrnehmungsstörungen?

Würden in der freien Wirtschaft oder in Politik und Verwaltung eine solche Anzahl an hochrangigen Verantwortungsträgern in die Wüste geschickt, müsste mit Sicherheit der ihnen vorgesetzte Chef gleich mit den Hut nehmen, weil er als solcher die Gesamtverantwortung trägt. Nichts davon in der Kirche! Was für eine Denke und welches miese Empfinden steckt dahinter, jegliche Letzt- oder zumindest Mitverantwortung zu verweigern und damit alles auf den Vorgänger und Mtarbeiter abzuwälzen. Dafür müssen drei Bischöfe und der Metropolitan-Offizial in den – zumindest – einstweiligen Ruhestand! Ist das Schweigen des Vatikans dazu ein beredtes Schweigen? Wir werden es sehen.

Demut, wie sie unser Bischof in seiner Karfreitagspredigt empfahl, sollte wieder deutlicher ihren Platz im gelebten Wertekanon unserer Kirche finden. Den Jahrmarkt der Eitelkeiten in bunten Kleidchen und die ständige Selbstbespiegelung [Die Debatte um Systemrelevanz der Kirche in der  Pandemie] zeigen, wie weit die Kirche als System und Institution sich von ihrem Stifter Jesus Christus entfernt hat. Wie überdrüssig bin ich einer Kirche, die sich lieber selbst zum Thema macht als ihren  Dienst zu tun. Wie brachte es doch der geschsste Bischof von Evreux Jacques Gaillot so treffend auf den Punkt? „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“

Jesus verliert auch mit seiner Auferstehung die Bodenhaftung nicht. Das Weizenkorn, das in der Erde, sich hingebend, unterging, keimt auf zu neuem Leben. „Ich gehe euch nach Galiläa voraus.“, lässt der Auferstandene durch die „Apostelin der Apostel“, Maria von Magdala, seinen Jüngerinnen und Jüngern ausrichten. Wer vorausgeht, kann Nachfolge erwarten. Unser österlicher Auftrag ist, in seine Fußstapfen zu treten, damit die Botschaft von Liebe und Hingabe, von Solidarität und Gemeinschaft, von Versöhnung und Neubeginn zu den Menschen gelangt.

Euch und Ihnen ein gesegnetes, frohes Osterfest und herzliche Grüße

Michael Clemens, Pastor