Pfarrei St.Barbara - Mülheim an der Ruhr

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[Neues] Ehrenamt in der Kirche: entdecken – entfalten – ermöglichen

Seit November 2015 nehmen aus unserer Pfarrei Annegret Meiselbach [Gemeinderatsvorsitzende St. Engelbert], Ulrich Schweda [Pfarrgemeinderatsvorsitzender] und Michael Clemens [Pastor] an einem Qualifizierungskurs des Bistums für Ehrenamtskoordination und Freiwilligenmanagement teil.
Diese vierteilige Fortbildung, die mit einer Projektarbeit und einem Zertifikat Anfang Juli abgeschlossen wird, ist auch der Startschuss für eine neue, fachlich qualifizierte und nachhaltige Aufmerksamkeit für das Ehrenamt und die Ehrenamtler in unserer Pfarrei und ihren Gemeinden. Zu dieser Aufgabe wurden die Drei vom Pastoralteam der Pfarrei und vom Pfarrgemeinderat als Pfarrei-Team „Ehrenamt“ ausdrücklich autorisiert.

Ehrenamtskoordinatoren

Ihre Aufgabe sehen sie in erster Linie darin, das Thema „Ehrenamtlichkeit“ und die Aufmerksamkeit auf die Ehrenamtler in Pastoralteam und Pfarrgemeinderat wachzuhalten sowie auf Wunsch die Ehrenamtlichkeit in den Gemeinden und Gruppierungen zu unterstützen. Sie wollen niemandem eigene Zuständigkeit beschneiden oder wegnehmen, sondern ihren geschulten Blick von außen zur Verfügung stellen.

  • Das Christliche am Ehrenamt im Raum der Kirchen
  • „Es ist so viel zu tun, aber wer soll es machen?“ – das „klassische“ Ehrenamt in der Krise
  • Das „neue“ Ehrenamt – kein Allheilmittel, aber eine überraschende, zusätzliche Chance
  • Was kann ein Pfarrei-Team „Ehrenamt“ der Pfarrei und ihren Gruppierungen bringen?
  • Ein entscheidender Perspektivwechsel: Aufbau einer „Kultur der Wertschätzung“
  • Kontakt – Wer kann sich an das Pfarrei-Team „Ehrenamt“ wenden und wie geht das?

Das Christliche am Ehrenamt im Raum der Kirchen

Früher mag das christliche Ehrenamt sich dadurch ausgezeichnet haben, dass man vom Pastor ange-sprochen und daher von ihm gewürdigt wurde, ein solches Amt in seinem Namen zu übernehmen. Ehrenamt war, so gesehen, eine persönliche und oft noch eine Ehre für die Familie. Kein Wunder, dass solche Ämter in Kirchen- oder Verbandsvorstand von Generation zu Generation geradezu ver-erbt wurden. Diese Zeiten sind weithin schon längst Geschichte.

Andere Gesichtspunkte spielen heutzutage – auch theologisch betrachtet – eher eine Rolle: Der Einsatz von Begabungen, die als Gottes Geschenk verstanden werden, und das stark von Vorstel-lungen des Apostels Paulus geprägte Verständnis der Kirche als der Leib [Christi], geformt aus den vielen Gliedern [„Gnadengaben“ – Charismen]. Gerade die Betonung der letzteren Sichtweise hebt auf die gemeinsame Taufe ab, in der uns über die von Gott gegebene Menschenwürde hinaus die besondere Taufwürde gegeben wurde, die alle Getauften in das Verhältnis des allgemeinen oder gemeinsamen Priestertums hineinnimmt – und damit die Verantwortung für diesen lebendigen Leib Christi, die Kirche. Das Ehrenamt ist also demnach etwas zutiefst Christliches und Gottes Geschenk an seine Kirche.


„Es ist so viel zu tun, aber wer soll es machen?“ – das „klassische“ Ehrenamt in der Krise

Wer kennt diese Situation nicht? Gemeinderatswahlen stehen an, doch wie kommen wir an Kandidaten 2? Ein Vorstands- oder Leitungsamt im Verband oder der Gemeindecaritas bricht weg, wer stellt sich zur Verfügung? Dringend gesucht: Chorsänger und Messdiener!!!

Es ist das klassische Ehrenamt, das offensichtlich in einer Krise steckt. Dieses Problem kennen nicht nur wir im kirchlichen Raum Tätigen, auch die Parteien, Gewerkschaften, Sport- und Wohlfahrtsverbände kennen diese Schwierigkeiten, ihre Langzeitaufgaben an Menschen übertragen zu können, die diese regelmäßig, verlässlich und langfristig tun.
Jedoch wie sollen Messdiener, Lektoren, Gottesdienstleiter, Kommunionhelfer, Chöre usw. funktionieren, wenn nicht Menschen sich auf klassische Weise ehrenamtlich engagieren?
Es gibt also Bedarfe, die sich aus den Organisationen und ihren Aufgabenstellungen her ergeben. Diese gilt es allerdings zukünftig präziser zu benennen, wenn Menschen für ihren ehrenamtlichen Dienst gefragt sind.

Schon beim klassischen Ehrenamt könnte jedoch ein geschulter Blick so manches attraktiver und erträglicher gestalten, damit am Ende keiner mehr die Befürchtung verwirklicht sieht, wie ein Christbaum Amt für Amt angehängt oder angetragen bekommt.


Das „neue“ Ehrenamt – kein Allheilmittel, aber eine überraschende, zusätzliche Chance

Seit einigen Jahren spricht man gerne von einem „neuen“ Ehrenamt. Damit sind Dienste bezeichnet, die eher überschaubar sind und die Chance bieten, sich zu Organisation und Tätigkeit klar abzugrenzen. Hier wird also der Blick gewendet; statt der vorrangigen Bedarfsdeckung der Organisation wird hier aus der Sicht des sich Engagierenden geschaut, welche Begabungen und Fähigkeiten er einbringen und entwickeln kann. Also bestimmt der Ehrenamtler, in welchem Maß, mit welchem Dienst und welcher Zeitperspektive er sich engagiert.

Dabei ist das gesellschaftliche Klima für das Ehrenamt durchaus günstig. Im aktuellen „Freiwilligen-Survey“ von 2014, einer regelmäßigen Studie im Auftrag der Bundesregierung, wird ausgewiesen, dass sich 44 % der deutschen Bevölkerung [rund 8% mehr als 2009] eine ehrenamtliche Tätigkeit vorstellen können, davon wiederum ein Gutteil der Befragten in kirchlichen Organisationen. Dieses Potential stellt für uns eine deutliche Herausforderung dar, das bislang zu großen Teilen nicht hinreichend angesprochen wurde – ein Schatz, den es zu heben gilt.

Dieser Gruppe von grundsätzlich Ehrenamtswilligen, ihren Erwartungen und Angeboten entspricht sicher auch, unsere aktuellen und möglichen Freiwilligendienste neu zu beschreiben und ent-sprechend zu bewerben. Hier gewinnt z. B. projektbezogene Arbeit einen eigenen Stellenwert.
Es reicht nicht, die Bedarfe in unserer Pfarrei neu und präziser zu benennen, es muss sich zugleich mit der Frage verbinden, was kann einen Ehrenamtswilligen reizen, was kann es ihm bringen, eine Aufgabe im Rahmen unseres Bedarfs zu übernehmen? Welche neuen Erfahrungen oder mit dem Ehrenamt verbundene Aus- und Weiterbildungen können sein Leben bereichern, bringen ihm vielleicht sogar schulische oder berufliche Vorteile? Denn für immer mehr Schulen und Arbeitgeber ist ehrenamtliches Engagement mittlerweile von Wichtigkeit.


Was kann ein Pfarrei-Team „Ehrenamt“ der Pfarrei und ihren Gruppierungen bringen?

Wie schon gesagt, bringt es der Pfarrei und ihren Gruppierungen Entscheidendes, wenn Menschen bei aller Alltagsarbeit das zukunftsweisende Thema „Ehrenamt“ stetig im Blick haben und Unterstützung anbieten.

  • Es erhöht die Wirksamkeit der Arbeit des Pastoralteams oder des PGR, wenn ihre Tätigkeit auch die Sicht der Ehrenamtler einbezieht, weil sie ständig eingebracht wird.
  • Und es steigert die Motivation und Wirksamkeit des Ehrenamts, wenn begleitend in die ehrenamtliche Arbeit einige Stützpfeiler eingezogen werden, die das Ehrenamt besser ermöglichen und positiver erleben lassen.

Hier einige Beispiele für das, was wir tun können; bei Bedarf sprechen Sie uns bitte gerne an:

  • Wir sind bei Überlegungen zur Anlage neuer Engagementfelder und Ehrenamtskonzeptionen auf Wunsch bei Planung und Durchführung behilflich.
  • Systematisierte Erstgespräche bringen gegenseitig schon frühzeitig Klarheit darüber, was die Organisation sucht und anbietet, und was der Ehrenamtswillige anbietet und dazu benötigt.
  • Eine maßgeschneiderte Einführung in die Tätigkeit bzw. hilfreich-erforderliche Schulung erhöht die Sicherheit beim ehrenamtlichen Dienst.
  • Sicherstellung von Koordination, Struktur und Austausch gehören heute zu einer vernünftigen Ausgestaltung des Ehrenamts ebenso wie Auslagenersatz und ggf. Fahrtkostenerstattung.
  • Eine gute Einführung beinhaltet auch die angemessen öffentliche Einführung in den Dienst, damit der Dienst auch eine äußere Legitimierung erhält, und man voneinander weiß.
  • Mitarbeitergespräche eröffnen Wege der weiteren Qualifizierung durch Fortbildungen und erhöhen so die Mitarbeitendenzufriedenheit und Motivation.
  • Wer sich ehrenamtlich engagiert, hat auch Anspruch auf Ehrenamtsnachweise und Bescheinigungen für eventuelle Vorteile, wie die Ehrenamtskarte, Sonderurlaub o. ä.


Ein entscheidender Perspektivwechsel: Aufbau einer „Kultur der Wertschätzung“

Viele Ehrenamtler verließen in der Vergangenheit ihr Engagement – oft nach vielen Jahren einer Tätigkeit mit Herzblut! – ausgebrannt, im Streit oder frustriert.
Viele hatten allzu oft das Gefühl, ihr Engagement werde nicht angemessen wahrgenommen, als eigentlich selbstverständlich gesehen, Konflikte und Belastungen kümmerten niemanden, und am Ende stand oft nur ein obligatorischer Händedruck und vielleicht noch ein Aldi-Blumenstrauß oder eine Flasche Wein aus dem Bestand. Persönliche Belange wie familiäre Umstände, berufliche Belastungen o. dergl. wurden oft nicht ausreichend registriert.

Wesentliche Aufgabe eines Pfarrei-Teams „Ehrenamt“ ist es, das zu kultivieren, was vielerorts mittlerweile als Manko empfunden und erkannt wurde, eine Kultur der Wertschätzung. Was ist darunter zu verstehen? Das Wort „Danke“ kommt von denken. Die Wirklichkeit stellte sich allerdings bisher und stellt sich oft auch noch immer als von Gedankenlosigkeit geprägt heraus. Ehrenamtliche Tätigkeit als Selbstverständlichkeit? Wer das einfordert, offenbart wenig Kenntnis menschlicher Bedürfnisse und Mangel an Empathie. Immer wieder Danke zu sagen, müsste uns ebenso in Fleisch und Blut übergehen wie ehrenamtlicher Einsatz in der Zivilgesellschaft. Die Kul¬tur der Wertschätzung geht noch über das reine Dankeschön hinaus. Sie nimmt den Wert mensch¬lichen Zusammenlebens in Achtung und Respekt ebenso wahr wie den Einzelnen darin. Und sie ermöglicht Momente, miteinander das Ehrenamt wahrzunehmen und zu würdigen – mit Präsenten zu entsprechenden Anlässen, z. B. Geburtstage, Weihnachten / Jahreswechsel, Patronatsfest, Martins- oder Elisabethfest, mit gemeinsamen Feiern, z. B. Ehrenamtstag oder –fest, einem gemeinsamen Ausflug, einer Draisinentour oder einem Kino-, Varieté-, Musical- oder Theaterbesuch.

Die Kultur der Wertschätzung sollte nicht zuletzt die Beendigung des Ehrenamts berücksichtigen. Ein würdiger Abschied vor der Gruppe, in einem Gottesdienst oder mit einem Empfang – je nach Dauer und Bedeutung des Ehrenamts für die bzw. in der Organisation sollten mittlerweile Standard sein. Eine dekorative Urkunde oder eine Plakette, Bild oder Statue des Organisationsgründers oder –patrons könnten einen würdigen Abschied abrunden.


Kontakt – Wer kann sich an das Pfarrei-Team „Ehrenamt“ wenden und wie geht das?

An das Pfarrei-Team „Ehrenamt“ können sich bei Bedarf die hauptberuflichen Mitarbeiter, PGR und die Gemeinderäte sowie die Leitungsteams bzw. Leitenden von Gruppierungen in der Pfarrei sowie Personengruppen mit berechtigtem Interesse wenden, um Rat und Unterstützung zu erhalten, soweit es die Ressourcen hergeben; wir sind als Team „Ehrenamt“ alle eben auch Ehrenamtler. 

Kontaktmöglichkeiten über das Pfarrbüro, Telefon 7 13 13 oder 94059661 oder über E-Mail:

ehrenamt@barbarakirche.de

Postalisch:

Kath. Kirchengemeinde St. Barbara

Pfarrei-Team „Ehrenamt“
c/o St. Engelbert
Engelbertusstr. 47

45473 Mülheim an der Ruhr

 

Kath. Kirchengemeinde St. Barbara

Pfarrei-Team „Ehrenamt“
Schildberg 84
45475 Mülheim an der Ruhr

 


Das Pfarrei-Team „Ehrenamt“

Annegret Meiselbach Ulrich Schweda Michael Clemens, Pastor


1 Wir verwenden die im kirchlichen Sprachgebrauch gängigere Begrifflichkeit „Ehrenamt“ und „Ehrenamtler“; es ist andererseits das Begriffspaar „Freiwilligendienst“ und „Freiwilliger“ in Gebrauch, abgeleitet von dem im angelsächsischen Sprachbereich üblichen „volunteer“.

2 Der Einfachheit und Lesbarkeit halber, verwenden wir die männliche Form. Gemeint sind natürlich Frauen und Männer gleichermaßen.