Link zur Deutschen Bischofskonferenz
 
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Franziskus im Oktober 2019 bei der Eröffnung der Amazonas-Synode
 
"Wer sich Hoffnungen auf eine Reform innerhalb der Kirche gemacht hat, dürfte durch das Papstschreiben „Querida Amazonia“ massiv enttäuscht worden sein“, sagt ein Kirchenrechtler.
 
Aber:
 
 
gelesen bei der Deutschen Bischofskonferenz Online
Nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx hat Papst Franziskus mit seinem Schreiben zur Amazonas-Synode kein Stoppschild aufgestellt für weitere Reformdebatten wie den Synodalen Weg in Deutschland. „Die Fragen der ,kirchlichen Vision‘ werden gut, auch für die Situation bei uns in Deutschland, studiert werden müssen. Ich sehe nicht, dass eine Diskussion abgeschlossen ist“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn.
Reformorientierte Beobachter hatten auf konkrete Aussagen zu einer stärkeren Rolle der Frauen und zur Priesterweihe von verheirateten Männern gehofft. Das Schlussdokument hatte entsprechende Überlegungen vorgelegt. In seinem aktuellen Schreiben greift der Papst diese nicht auf. Er lehnt Weiheämter für Frauen, etwa als Diakoninnen, vorerst ab. Auch befürwortet er einstweilen keine Lockerung der Zölibatspflicht für katholische Priester.
Franziskus fordere allerdings auf, weiter über diese Themen zu diskutieren, betonte Marx. Die im Papstschreiben enthaltenen Anregungen würden auch in die Diskussionen des Synodalen Wegs zur Zukunft des kirchlichen Lebens in Deutschland einfließen. ­­Die deutschen Bischöfe würden bei der anstehenden Frühjahrs-Vollversammlung in Mainz Anfang März „über diesen Text und dessen Bedeutung für die Kirche in Deutschland, aber auch die Weltkirche, beraten, Punkte, die in die entsprechenden Foren des Synodalen Weges mit einfließen.“
 
gelesen bei der Rheinischen Post Online
Es wäre naiv zu glauben, dass sich die Öffnung der Zulassungsbestimmung für das Priesteramt nur auf Amazonien beschränken würde und nicht über kurz oder lang sich insgesamt in der Kirche ausbreitet. Darauf hatten ja nicht wenige gehofft. Ebenso hatten andere Teile der Weltkirche und gerade auch im Vatikan massiv dagegen ihren Einfluss geltend gemacht.
Eine Spaltung der Kirche, welche in einer so wichtigen Entscheidung zu befürchten ist, ist ein sehr hohes Risiko. Ein Risiko, das der Papst nicht eingehen kann.  Zudem: Der Stil des Papstes ist es nicht, von sich aus, von oben herab, Erlasse zu erteilen. Da er synodale Prozesse will (und „synodal“ heißt: auf einen gemeinsamen Weg bringen), kommt es ihm darauf an, möglichst viele in einen  Denk- und Entscheidungsprozess mit einzubeziehen. Und dieser Prozess ist nicht abgeschlossen. Es ist nicht das letzte Wort dazu gesprochen. Nicht wie früher „Roma locuta – causa finita“ („Rom hat gesprochen – und damit ist die Angelegenheit für allemal geklärt“).
Papst Franziskus schlägt keine Türen zu. Er hat nicht gesagt: Das ist jetzt ein für alle Mal geklärt. Er verweist ausdrücklich auf das Schlussdokument der Amazonas-Synode, das sich Reformen nicht verschlossen hat. Er hat die Leitung von Gemeinden durch sogenannte Laien  ausdrücklich gut geheißen. Das wäre früher noch nicht denkbar gewesen.