Pfarrei St.Barbara - Mülheim an der Ruhr

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EHE FÜR ALLE

Kritik gegen die "Ehe für alle" kommt von der katholischen Kirche, weil die Ehe u.a. die Entstehung des neuen Lebens als Ziel haben soll.

Zitat Heribert Hirte, CDU-Abgeordneter aus Köln. „Ich glaube, dass die Entscheidung unter dem christlichen Menschenbild richtig ist. Gott hat die Menschen so angenommen wie sie sind. Wenn einige Menschen in ihrer sexuellen Orientierung anders sind als die große Mehrheit, müssen wir dies hinnehmen. Wir schulden ihnen den entsprechenden Respekt, selbst wenn sie eine Familie gründen wollen.

Wenn wir den Respekt nicht so ausdrücken, dass wir die Bezeichnung anpassen, dann tut dies den Betroffenen weh und ist aus meiner Sicht nicht in Ordnung.“

Allerdings wird durch diese Entscheidung die Wort- und Sinnbedeutung der Ehe, wie sie aus Sicht des Grundgesetzes und auch der Kirche und aus unserer gesamten Kulturtradition heraus verstanden wurde, umfunktioniert oder gar abgeschafft.

Außerdem ist der Slogan „Ehe für alle“ zu platt und dem Anliegen nicht angemessen.

Es geht schon um ein Zusammenleben auf dem Fundament der Liebe, um Treue und Sorge füreinander ein Leben lang. Und man sollte gleichgeschlechtlichen Paaren auch nicht absprechen, Kinder pflegen und erziehen zu können und schließlich gemeinsam adoptieren zu dürfen.

Und nach dem, was ich heute so an zerütteten Ehe und desolaten Familienverhältnissen erlebe, kann ich nicht mehr sagen: Kinder sind am Besten in heterogenen Partnerschaften aufgehoben.

Viele Kinder dürfen sich freuen, Menschen gefunden zu haben, die sie lieben.

Ich hätte mir gewünscht, das Wort „Ehe“ in seiner ursprünglichen Bedeutung zu belassen als Lebensentwurf für Mann und Frau um u.a. Kinder zu zeugen, zu gebären und Familie zu gründen.

Man hätte im Vorfeld die Liebesverhältnisse und auch die familiären und gesellschaftlichen Leistungen der gleichgeschlechtlichen Partnerschaften einer Ehe moralisch und rechtlich komplett anerkennen und gleichstellen sollen.

Andererseits mussten wir immer schon Ehe und Ehe unterscheiden. Eine katholische Ehe ist eine sakramentale und kann nicht geschieden werden. Eine evangelische Ehe ist wie eine Zivilehe mit Gottes Segen und kann geschieden werden, eine standesamtliche Ehe ist eine Zivilehe, ein Rechtsvertrag per Unterschrift.

An Stelle des Slogans „Ehe für alle“ hätte ich mir gewünscht eine Abstimmung unter dem Titel „Zivil-Ehe“, um zu verdeutlichen, dass es nicht um das Sakrament der Ehe geht. Darüber entscheiden die Politiker nicht. Das ist auch gar nicht gewollt. Aufgrund des Begriffs haben auch die Kirchen unterschiedliche Positionen. Die evangelische Kirche hat sich deutlich dafür geäußert. Die katholische Kirche deutlich kritisch.

Zitat: "Ich bedauere, dass der Gesetzgeber wesentliche Inhalte des Ehebegriffs aufgegeben hat, um ihn für gleichgeschlechtliche Partnerschaften passend zu machen", erklärte der Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Heiner Koch, am Freitag in Bonn. Es sei traurig, dass das Rechtsinstitut Ehe in das Räderwerk politischen Taktierens geraten sei. Die Kirche werde nun verstärkt für das katholische Verständnis der Ehe als Sakrament werben. Es bleibe von der Entscheidung unberührt.“ Zitat Ende.

Nun müssen wir in Zukunft den Ehebegriff noch weiter differenzieren:

Was ist ist nun eine Zivilehe? Eine Ehe von Bräutigam und Braut, von Braut und Braut oder von Bräutigam und Bräutigam.

Zitat Süddeutsche Zeitung: "Ehe für alle" - klingt im ersten Moment toll. Ähnlich wie "Champagner für alle" - eine überaus großzügige Geste. Was aber, wenn man gar keinen Champagner mag?

Dann hat man Pech: Nur verheiratete Paare werden mit finanziellen Vergünstigungen belohnt. Nur Eheleute dürfen ein Kind adoptieren, erhalten Unterstützung bei einer künstlichen Befruchtung. Nur sie haben Anspruch auf einen Erbanteil, dürfen im Familiengrab beigesetzt werden, haben Zugang zur gesetzlichen Renten- oder Unfallversicherung des verstorbenen Partners.

Vor der „Ehe für alle“ konnten Lesben und Schwule eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen, die ihnen diese Rechte sicherte - eine Möglichkeit, die Heterosexuellen nicht zusteht. Das Argument: Die können ja heiraten. Jetzt können homosexuelle Paare das auch.“

Wie hieß doch gleich die dritte Forderung im Zukunftsprozess unseres Bistums Essen: vielfältig

Und erläutert wurde der Begriff wie folgt:

„Im Bistum Essen haben wir Lust auf die Vielfalt der Leute zwischen Lenne und Ruhr. Wir schätzen die freie Selbstbestimmung der Menschen und die Vielfalt der Lebensentwürfe, die modernes Leben und moderne Gesellschaften prägen.“

Eines ist ganz sicher und bleibt:

„Wo Güte und Liebe, da wohnet Gott“.

Manfred v. Schwartzenberg